AKTION

5 Fakten, bevor du dich über Streiks im ÖPNV aufregst

Du kommst zu spät. Zur Arbeit, zum Sport oder sogar zu deinem Date. Denn der Bus fährt nicht, die S-Bahn kommt nur noch selten, die U-Bahn fällt aus. Ganz egal wohin du willst, das ist ärgerlich. Aber leider nötig. Denn die Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) streiken. Und zwar nicht aus Spaß oder um dir den Tag zu versauen. Sondern aus echt guten Gründen. Und die haben wir hier mal für dich zusammengetragen. Also bitte nicht aufregen, sondern lesen, liken, teilen. Denn ein bisschen gegenseitiges Verständnis schadet uns in diesen Zeiten ganz bestimmt nicht.

zu den Fakten

ÖPNV-Tarifkonflikt: ver.di macht Druck gegen die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber – Bundesweite Warnstreiks am Dienstag, dem 29. September 2020

25.09.2020
Im bundesweiten Tarifkonflikt um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Dienstag, dem 29. September 2020, den Druck auf die Arbeitgeber mit einem bundesweiten Warnstreik erhöhen. Hintergrund ist, dass die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) abgelehnt hat, mit der Gewerkschaft in Verhandlungen einzutreten.

mehr

ÖPNV-Tarifkonflikt: Arbeitgeber lehnen bundesweite Verhandlungen ab – ver.di bereitet sich auf großflächige Streikmaßnahmen vor

Am Wochenende hat sich die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gegen die Verhandlung eines bundesweiten Rahmentarifvertrags für die Beschäftigten des ÖPNV ausgesprochen. Die Gewerkschaft ver.di bereitet sich nun auf großflächige Streikmaßnahmen vor.

mehr

VKA verweigert Verhandlungen – Jetzt werden wir handeln!

Seit Wochen warten wir auf die Entscheidung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in Verhandlungen für einen bundesweiten Rahmentarifvertrag im ÖPNV einzusteigen. Nachdem sich der Gruppenausschuss Nahverkehr Ende August mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte, lehnt nun die Mitgliederversammlung der VKA die Verhandlungen ab. Eine Begründung lautet, man wolle nicht gleichzeitig Tarifverhandlungen mit unseren Tarifkommissionen in den Ländern führen, obwohl die Verhandlungen Vielerorts schon begonnen haben.

mehr

HINTERGRUND

Was ist los im Nahverkehr?

Über 130.000 Menschen tun täglich alles für ihre Fahrgäste.
Die Fahrer*innen von Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen halten an 7 Tagen in der Woche Tag und Nacht den Takt. Fachkräfte wie Mechatroniker, Schlosser oder Lackierer halten Fahrzeuge und Infrastruktur in Schuss. In den Verwaltungen haben alle ein offenes Ohr für ihre Kunden. Der Service sorgt für Sicherheit und Sauberkeit.
Ihre Identifikation mit der Arbeit ist hoch. Die Arbeitsbedingungen werden allerdings kritisch bewertet. Seit 20 Jahren sind die Kommunen auf Sparkurs.

• In allen Bereichen gab es Personalabbau
• Zur Arbeitsplatzsicherung mussten Tarifverträge verschlechtert werden
Arbeitsmenge, Stress und Belastung haben zugenommen
Zweistellige Krankenstände sind die Regel
40% der Beschäftigten sind über 50 Jahre alt

Die Anzahl der Fahrgäste nahm seit 1998 um 24% zu, die der Beschäftigten ist um 18% gesunken.

mehr

Umsteigen – Fahrt Richtung Zukunft

Arbeit im Nahverkehr muss wieder attraktiv werden. Leistung muss fair bezahlt und Belastung begrenzt werden. Die ungleiche Behandlung in den einzelnen Bundesländern muss enden. Warum hat ein Neueingestellter in Nordrhein-Westfalen 30 Tage Urlaub, Niedersachsen jedoch nur 28?

Das Sparen muss ein Ende haben, die Ungerechtigkeit muss enden. Deshalb starten wir die Kampagne #TVN2020. Ab 30. Juni wird ver.di die Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr bundesweit gleichzeitig verhandeln. Es geht um die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit, Urlaub, Sonderzahlungen, Zuschläge und Zulagen, Überstunden, besondere Regelungen zur Dienstplanung, Pausen, Eingruppierung und vieles mehr.

#TVN2020 heißt

1. Genug gespart.

Jetzt brauchen wir Investitionen für das Personal, für gute Arbeitsbedingungen und für Sicherheit und Qualität für die Fahrgäste. Die Politik muss verstehen, dass guter ÖPNV Geld kostet

2. Wir Beschäftigte wissen, was attraktive Arbeit ist.

Wir ver.di-Mitglieder im Nahverkehr werden diskutieren, was besser werden muss und für welche Forderungen wir gemeinsam kämpfen werden.

3. Gemeinsam Druck machen.

2020 stehen wir bundesweit gemeinsam für unsere Forderungen auf – in allen kommunalen Nahverkehrsunternehmen im TV-N und weiteren großen Unternehmen. 

Botschaften

Gemeinsam kämpfen wir für mehr Wertschätzung und Anerkennung für jede*n einzelne*n von uns. In der Galerie oben sind unsere Kampagnenbotschafter*innen. Stellvertretend für alle Beschäftigten im ÖPNV sprechen sie aus, wie es wirklich im öffentlichen Nahverkehr aussieht und was sich dringend ändern muss. Mehr Bewegung braucht mehr Unterstützung. Teile die Botschaften und hilf uns, den ÖPNV stark für die Zukunft zu machen. Um diese Forderungen durchzusetzen, brauchen wir die Kraft der Gemeinschaft. In der unteren Galerie findest du Materialien zum Downloaden, Drucken und Verteilen – für gemeinsame Aktionen mit deinen aktiven ver.di-Kolleg*innen.

Aktions-Medien